BMW|34,9 % Minus trotz E-Wende

· DAX

Der Gewinnbruch

BMW meldet für das zweite Quartal einen Gewinn von 1,2 Milliarden Euro. Das sind 34,9 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Für Halter ist damit nicht nur die Bewertung interessant, sondern die Frage, welcher Teil des Geschäfts gerade wegbricht.

Im zweiten Quartal sank BMWs Absatz in China um 30,2 Prozent. Das operative Ergebnis der Autosparte fiel um mehr als 60 Prozent auf 629 Millionen Euro. Der Umsatz ging laut der Quelle von 34 auf 31 Milliarden Euro zurück.

BMW erlebt deshalb keinen gleichmäßigen Einbruch in allen Märkten. In Europa und den USA legte der Konzern zu, unter anderem mit Elektromodellen der Neuen Klasse. Das verschiebt die Leitfrage: Nicht nur China ist schwach, sondern BMW muss zeigen, ob die neue Wachstumsquelle groß genug wird.

Chance oder strukturelles Risiko?

Zusätzlich müssen weltweit mehr als 740.000 Fahrzeuge überprüft werden. Ein weiterer Rückruf betrifft rund 190.000 ältere Plug-in-Hybride. Die Quellen ordnen diese Kosten als zusätzliche Belastung in einer Phase sinkender Gewinne und schwächerer Nachfrage ein.

Der Kursdruck hat damit zwei Ebenen. China und der Wettbewerb treffen das operative Geschäft, während Indexumschichtungen den Aktienkurs kurzfristig zusätzlich bewegen können. Eine technische Gegenbewegung würde deshalb noch nicht beweisen, dass sich die Ertragskraft erholt.

Die Gegenlesart kommt von der Deutschen Bank, die BMW mit Buy und einem Kursziel von 90 Euro bewertete. In der damaligen Analyse stieg die Aktie um 2,5 Prozent auf 60,78 Euro. Dieses Urteil zeigt die mögliche Chance, beseitigt aber weder den China-Druck noch die Unsicherheit über die Margen.

Der teure Umbau

BMW investiert rund 800 Millionen Euro in den Ausbau des Werks im mexikanischen San Luis Potosí. Dort sollen ab 2027 Modelle der Neuen Klasse und Hochvoltbatterien entstehen. Gleichzeitig plant der Konzern weltweit rund 8.000 Stellen abzubauen, größtenteils in Deutschland.

Der Umbau kann Lieferketten stärken, Zölle vermeiden und BMW für das Elektrozeitalter positionieren. Kurzfristig entstehen jedoch Investitions- und Restrukturierungskosten, während der Absatzvorteil in China fehlt. Die Neue Klasse ist damit eine plausible Antwort, aber noch kein Beleg für einen Turnaround.

Die stärkste aktuelle Lesart bleibt deshalb vorsichtig. BMW ist nicht einfach wertlos, denn Europa, die USA und die neue Plattform bieten Ansatzpunkte für eine Erholung. Aber ein Wendepunkt ist erst glaubhaft, wenn China-Absatz, Auto-EBIT, freier Cashflow und der Fortschritt der Neuen Klasse gemeinsam stabiler werden.

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