Intels Foundry-Pläne|Druck auf die TSMC-Margen

2026-04-18 · DAX

Strategiewechsel

Intel und NVIDIA setzen auf konträre Strategien. Intel prüft derzeit die Abspaltung der Foundry-Sparte – eigentlich der Kern der Sanierungsstrategie. Parallel meldet TSMC für das erste Quartal einen Umsatz von 35,9 Milliarden US-Dollar bei einer Bruttomarge von 66,2 Prozent. Für 2026 wird ein Umsatzwachstum von über 30 Prozent prognostiziert. Während TSMC von der KI-Nachfrage profitiert, die bis 2027 für knappe Kapazitäten sorgt, wackelt Intels Turnaround-These.

NVIDIAs Geflecht

NVIDIA sichert sich durch strategische Beteiligungen das KI-Ökosystem. 2 Milliarden US-Dollar flossen in Synopsys, deren EDA-Software auch von AMD und Intel genutzt wird. An CoreWeave hält NVIDIA 11,5 Prozent (1,7 Mrd. USD), was Chip-Verkäufe direkt refinanziert. Seit dem Börsengang im März 2025 stieg CoreWeave um 110 Prozent. Investments in Coherent und Lumentum sichern zudem die nötige Netzwerk-Infrastruktur. NVIDIA baut Abhängigkeiten auf, bevor die Konkurrenz reagieren kann.

TSMCs Last

Ein Intel-Rückzug belastet TSMC indirekt. Der Branchenprimus kämpft mit strukturellem Margendruck: Die N2-Technologie kostet 2026 zwei bis drei Prozentpunkte Marge. Auslandswerke in Arizona und Japan belasten die Bilanz mit weiteren drei bis vier Prozentpunkten. Für das zweite Quartal wird eine Bruttomarge von 65,5 bis 67,5 Prozent erwartet – weniger als im Vorquartal. Ohne Intel als westliche Fertigungsalternative wächst zwar TSMCs Marktmacht, aber auch der politische Druck und das Kostenrisiko.

Zukunftspfade

Gelingt Intel die Restrukturierung mit externem Kapital, sieht Bernstein ein Kursziel von 60 US-Dollar. Doch anhaltende Unsicherheit könnte Kunden zu Samsung oder TSMC treiben. Da TSMC bis 2027 ausgebucht ist, schließt sich Intels Zeitfenster für den Markteintritt. Intels Patente und Kundenbasis sind wertvoll, doch ohne schnellen Ankerpartner oder staatliche Garantien ist der Turnaround im hohen Tempo des KI-Zyklus kaum zu finanzieren.