LPKF Laser|Kurssturz trotz Halbleiter-Hoffnung
Der Kurssturz nach der Kurshoffnung
LPKF Laser stürzt am Donnerstag um 15,68 Prozent ab und rutscht auf 14,25 Euro. Noch vor wenigen Wochen hatten Anleger genau auf diesen Bericht gewartet, weil LPKF als Optik-Zulieferer für Halbleiter-Rechenzentren galt.
Seit Jahresbeginn liegt die Aktie trotzdem noch über 200 Prozent im Plus, vom Junihoch bei 30,80 Euro ist der Kurs aber bereits auf die Hälfte gefallen. Die Frage ist, ob der heutige Einbruch die Korrektur einer überzogenen Hoffnung ist oder der Anfang vom Ende der Story.
Der Halbjahresbericht liefert die Antwort auf die halbe Frage. Der Umsatz sank auf 36,5 Millionen Euro, das operative Ergebnis rutschte von plus 2,2 auf minus 7,2 Millionen Euro im zweiten Quartal. Vorstandschef Klaus Fiedler nannte die Zahlen selbst unbefriedigend und verwies auf globale Krisen, die das Kerngeschäft belasten.
Die zwei Geschäfte, die auseinanderdriften
Hinter dem Einbruch steht vor allem das Solargeschäft. Kunden, besonders aus China, halten sich zurück und warten auf den Technologiewechsel zu Perowskit-Solarzellen, der laut LPKF noch nicht eingetreten ist. Dieses alte Kerngeschäft zieht die Gesamtzahlen nach unten.
Parallel dazu baut LPKF mit seiner LIDE-Lasertechnologie eine Position im Advanced Packaging für Halbleiter auf. Das Unternehmen bewertet diesen adressierbaren Markt bis 2030 neu auf rund 1,7 Milliarden Euro, weil optische Datenverbindungen zum Nadelöhr für KI-Rechenzentren werden.
Doch genau hier liegt das Problem, das der Bericht offenlegt. Die Auftragseingänge lagen im Halbjahr bei 19,9 Millionen Euro, weit unter den 43 Millionen des Vorjahres. Die groß angekündigte Advanced-Packaging-Chance hat bislang keinen einzigen Großauftrag gebracht, der die Solar-Schwäche kompensieren könnte.
Analystenurteil gegen Marktreaktion
Genau an dieser Stelle klafft eine Lücke zwischen Analystenurteil und Marktreaktion. Analyst Bastian Brach von Montega AG hatte die Aktie im März auf Kaufen hochgestuft und ein Kursziel von 9 Euro über zwölf Monate ausgegeben, mit einer Rückkehr auf den Wachstumspfad ab 2027.
Selbst nach dem heutigen Einbruch notiert LPKF bei 14,25 Euro, deutlich über diesem Kursziel und weit über dem Bewertungsniveau vom März. Der Markt hat die Aktie also längst über die fundamentale Einschätzung des Analysten hinaus gepreist, allein auf die Hoffnung auf künftige Großaufträge.
Verschärft wird das durch die Stimmung im gesamten Sektor. STMicroelectronics enttäuschte am selben Tag mit dem Ausblick und verlor 14 Prozent, was auch Infineon in den Abwärtssog zieht. Ein Umfeld, in dem selbst solide Chip-Zahlen bestraft werden, verzeiht einem Nischenwert ohne bestätigten Großauftrag noch weniger.
Für Bestandshalter wird der nächste Auftragseingangsbericht zum entscheidenden Prüfstein, nicht die nächste Jahreszahl. Bestätigt LPKF einen ersten strategisch relevanten LIDE-Großauftrag im Advanced Packaging, wird aus der heutigen Korrektur ein Einstiegspunkt in eine echte Halbleiter-Story. Bleibt dieser Auftrag erneut aus, bestätigt sich, dass der Kurs seit Jahresbeginn eine Hoffnung gepreist hat, die die Bilanz bislang nicht einlöst.
Wer die Aktie beobachtet, sollte deshalb nicht auf den nächsten Kurssprung schauen, sondern auf die konkrete Auftragsmeldung aus dem Advanced-Packaging-Geschäft.
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