Tesla-Aktie|Diskrepanz der Bewertung
Der Kernkonflikt
Teslas Aktie wird wie eine Tech-Plattform bewertet, obwohl der Umsatz am Automobilgeschäft hängt. 2025 sank der Jahresumsatz erstmals in der Firmengeschichte. Der Nettogewinn brach um 47 % ein, das operative Ergebnis um 38 %. Dennoch liegt das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bei 167 – eine Wette auf die Zukunft. Laut UBS treiben Sentiment und Momentum den Kurs derzeit stärker als fundamentale Daten.
E-Auto-Signale
Im ersten Quartal 2026 enttäuschte Tesla mit 358.023 Auslieferungen. Der Zuwachs von 2,2 % zum Vorjahr täuscht, da das Vergleichsquartal 2025 bereits schwach war (-13 %). Hoher Wettbewerb, alternde Modelle und gestrichene US-Steuervorteile belasten die Nachfrage. In Europa drücken zudem Markenrisiken um Elon Musk auf den Absatz. Die Bruttomargen im Autosektor liegen bei 16 %, die Cash-Reserven bei 44 Mrd. USD.
Die Gegenaspekte
Das Energiegeschäft wuchs binnen drei Jahren um 168 % (CAGR). Das Ladenetzwerk mit 77.000 Anschlüssen generiert durch Fremdmarken wie Ford oder Mercedes margenstarke Umsätze. Technisch ist das Design des „AI5“-Chips finalisiert (Tape-out), die Produktion soll 2027 starten. Die FSD-Abonnements stiegen auf 1,1 Mio. Nutzer (+38 %). Der strategische Burggraben ist hierbei nicht die Hardware, sondern der wachsende Datenschatz.
Die Capex-Wette
Tesla plant Investitionsausgaben (Capex) von 20 Mrd. USD – eine Verdopplung zum Vorjahr. BNP Paribas erwartet einen Cash-Burn von 7 Mrd. USD. Fokus liegt auf dem 22. April: Die Quartalszahlen müssen Fortschritte bei Robotaxi und Optimus belegen. Prognosemärkte sehen die Chance für einen Robotaxi-Start im Juni bei nur 12 %. Während TD Cowen auf „Buy“ bleibt, empfiehlt Wells Fargo „Untergewichten“. Die Aktie bleibt eine Wette auf das Transformationstempo.